Blog 6: Alltagsg’schicht – Wie sich Dauerstress anschleicht

Eine Patientin, in ihrer Lebensmitte stehend, berichtet im klinisch-psychologischen Setting von ihren rasanten Karrieresprüngen. Studienabschluss in Mindeststudienzeit, parallel absolvierte Volontariate, um ihre Karrierechancen zu erhöhen – mit Erfolg. Es folgt ein Top-Job in einem Top-Unternehmen. Als Neuling „muss“ frau sich beruflich behaupten. Sie übernimmt Zusatzagenden und verringert ihre Pausen. Es kommt zu personellen Ausfällen – sie übernimmt die Aufgaben anderer. Bei ihren Vorgesetzten ist sie sehr beliebt. Eine Beförderung wird ihn in Aussicht gestellt. Aber nur, wenn sie den Leistungspegel hält. Und sie hält den Leistungspegel. Pausen lässt sie gänzlich aus, dafür nimmt sie an den Wochenenden Arbeit mit nach Hause. Persönliche Bedürfnisse vernachlässigt sie. Sie wird von dem Gefühl verfolgt, zu langsam zu arbeiten. Ihre Gedanken hindern sie abends daran einzuschlafen. Ihre Verwandten beschweren sich, sie habe „keine Zeit“ für sie – Schuldgefühle sind ihre Wegbegleiter. Ihre Stimmung kippt immer mehr ins Negative. Beruflich passieren ihr plötzlich Fehler. Sie kann sich nicht mehr daran erinnern, wann sie das letzte Mal glücklich gewesen ist. In diesem Moment merkt sie, dass etwas nicht stimmt.  

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Blog 5: Die Gratwanderung – Wenn der Stress ins Negative kippt