Blog 3: Alltagsg’schicht - Akuten Stress loslassen

In einem meiner Workshops zum Thema Mentale Gesundheit stimmt mir ein Mann Mitte 50 – seines Zeichens Buschauffeur – sofort zu: Den Stress einfach wegschreien – das wirke fantastisch! Die letzte Runde des Tages, die er mit seinem Bus fahre, sei stets eine Leerfahrt. Er schalte dabei die Musik erst laut ein, dann singe er lautstark mit und schließlich schreie er so laut er könne für sich raus, was ihn im Laufe des Arbeitstags belastet und gestresst habe. Er fühle sich danach ganz leicht und unbeschwert. Nach dieser täglich letzten Runde gehe er entspannt in seinen Feierabend. Doch vor Kurzem habe er zwei Fahrgäste im Bus übersehen, sie wären ganz hinten eingeschlafen. Bemerkt habe er die beiden erst, als sie plötzlich vorne bei ihm gestanden seien und ihn gebeten hätten, mit dem Schreien aufzuhören, denn mittlerweile bekämen sie Angst. Die Geschichte hat sich dem Mann zu Folge in Wohlgefallen aufgelöst. Die zwei Fahrgäste hätten mit lachenden Gesichtern den Bus verlassen und er selbst kontrolliere fortan noch genauer, ob sein Bus tatsächlich leer sei, bevor er mittels Schreien akuten Stress loslasse.

 

Fazit: Schreien – eine super Strategie um Dampf abzulassen. Nur gilt es hier den sozialen Kontext mit zu berücksichtigen.  

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